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Das Estrich-Theater spielte 1999:


Bunbury
oder
es ist wichtig Ernst zu sein
von Oscar Wilde


Eine triviale Komödie für ernsthafte Leute
Übersetzung von Rainer Kohlmayer
Vom 27. Mai 1999 bis 26. Juni 1999 In 13 Aufführungen


Zum Stück

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Oscar Wildes "Triviale Komödie für ernsthafte Leute" (so der Untertitel) wurde 1895 in London uraufgeführt. Die Personen des Stücks stammen aus der Oberschicht Englands. Sie alle versuchen, möglichst geistreich zu wirken, die anderen zu beeindrucken und sich irgendwo und irgendwie zu amüsieren. Jeder spielt jedem irgend etwas vor, ganz nach dem Motto "Von grosser Wichtigkeit ist Stil, nicht Aufrichtigkeit". Dieses Motto führt zu diversen Absurditäten. Mitte des 19. Jahrhunderts war unter den reichen jungen Leuten ein besonderer Lebensstil modern: der Dandyismus. Dandys versuchten, möglichst exklusiv zu sein (z. B. in ihrer Kleidung), um sich bewusst von der Masse abzugrenzen. Ihr Konversationston war geistreich und zynisch. Zudem gehörte zu einem echten Dandy eine gleichgültig-arrogante Haltung der Umwelt gegenüber. Das Stück basiert auf einer oberflächlichen Freundschaft zwischen zwei solchen Dandys: Jack Worthing und Algernon Moncrieff. Die beiden gestehen sich an einem Nachmittag, dass sie beide ein Doppelleben führen. Jack reist zu seinem erfundenen Bruder Ernst nach London. Algernon dagegen reist zu einem erfundenen Invaliden namens Bunbury aufs Land. Um Jacks hübsches junges Mündel Cecily kennen zu lernen, gibt sich Algernon als Jacks Bruder Ernst aus. Jack wiederum beabsichtigt, Algernons Cousine Gwendolen zu heiraten. Aus moralischen Gründen will er daher seinen Bruder Ernst für immer "beseitigen". Das Chaos scheint perfekt, als Gwendolen und Cecily herausfinden, dass sie beide Jacks Bruder Ernst lieben. Da die beiden sich nur wegen des Namens in Ernst verliebt haben, beschliessen Jack und Algy, sich umtaufen zu lassen. Doch dazu kommt es nicht. Lady Bracknell, Gwendolens Mutter, möchte ihre Tochter auf keinen Fall mit Jack verheiraten, denn Jacks Herkunft ist ziemlich nebulös. Durch einen Zufall erfährt Jack endlich, wer er wirklich ist. Im Gegensatz zu den meisten Stücken der Weltliteratur wird in diesem Stück das Lügen nicht bestraft. Absurderweise erweist sich die Lüge als Wahrheit und wird sogar belohnt.

Zum Autor

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Am 16. Oktober 1854 wurde Oscar Wilde in Dublin geboren. Seine Eltern waren wohlhabend. Die schöne Mutter verfasste antibritische Gedichte und verwandelte ihre Wohnung oft in einen Salon für Dichter und Intellektuelle. Der Vater war ein berühmter Augen- und Ohrenarzt. Er schrieb Bücher über seine Reisen und hatte zahlreiche Affären und uneheliche Kinder. Oscar war ein brillianter Student, zuerst in Dublin, dann in Oxford. Hier schloss er sich der ästhetischen Bewegung an und wurde bald der bekannteste Apostel des Schönheitskults. Er war ein Dandy, das Gegenbild des bürgerlichen Konformisten. Stets achtete er auf Schönheit in Wort, Schrift, Kleidung und Lebensweise. Im Alter von 24 Jahren schloss er seine Universitätsausbildung mit einem sehr guten Examen ab. Zwei Jahre später erschien, nachdem er schon diverse Gedichte geschrieben hatte, auch schon sein erstes Bühnenstück "Vera, or the Nihilists". Danach ging er auf eine ausgedehnte Vortragsreise durch die Vereinigten Staaten. Mit 30 Jahren heiratete Oscar Constance Lloyd, die Tochter eines bekannten irischen Rechtsanwalts. Im Abstand von einem Jahr wurden die Söhne Cyril und Vyvyan geboren. Oscar war mittlerweile als bester Redner seiner Zeit bekannt. In den Londoner Gesellschaften, die als Vorschule für seine Komödien dienten, entwickelte er an den Plauderabenden seinen spritzigen Unterhaltungston. Wilde war ein Genie des Bonmots, des spontanen Witzes und der eleganten Formulierung. Zwischen 1890 und 1895 schrieb Wilde seine bedeutendsten Werke: "The Picture of Dorian Gray", "Salomé", "Lady Windermere's Fan", "A Woman of No Importance", "An Ideal Husband", "The Importance of Being Earnest". Wenige Wochen nach der Erstaufführung der zuletzt genannten Komödie wurde Oscar Wilde wegen Homosexualität verhaftet. Er wurde zu zwei Jahren Zuchthaus mit schwerer Arbeit verurteilt. Man vermutet, das die viktorianische Öffentlichkeit einen Sündenbock brauchte, denn es war eine allgemein bekannte Tatsache, dass in der damaligen Regierung Männer sassen, die homosexuelle Neigungen hatten. Die Komödie "Bunbury, oder es ist wichtig, Ernst zu sein" aber, war ein Erfolg. Nur dem eingeweihten Zuhörer fielen die zahlreichen Anspielungen auf die homosexuelle Szene Londons auf. So wurde das Stück nach Wildes Verurteilung einfach ohne den Namen des Autors weiter aufgeführt. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis verliess Wilde England und zog nach Frankreich. Der lange und harte Gefängnisaufenthalt hatte ihn völlig gebrochen. Ausserdem fehlte ihm der lebenswichtige Kontakt zum Publikum. Am 30. November 1900 starb Wilde, erst 46 Jahre alt, in Paris.

Mitwirkende

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Regie Susanne Zürrer
Klavier Kurt Dähler
Bühnenbild Peter Nüesch
Bühnenbau Hermann Scheidegger, Stefan Vonmont, Wolfgang Fischer
Beleuchtung, Konzept Sven Rümele, Christoph Barth
Technik, Abendleitung Peter Sägesser
Kostüme Regula Allemann
Maske und Frisuren Isabelle Graf
Buffet, Administration Ursula Scheidegger
Abendkasse, Buchhaltung Fränzi Gutjahr
Programmtext Claudius Lüthi
Fotos Peter Huber
Programmsatz und Layout Schneider Druck AG
Plakat Peter Rüfenacht
Transporte Thomas Wiedmer
Aufführungsrechte: Steyer Verlag, München

Darsteller

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John Worthing, Friedensrichter Stefan Vonmont
Algernon Moncrieff Claudius Lüthi
Pastor Chasuble, Dr. theol. Ueli Wettstein
Merriman, Butler von Mr. Worthing Wolfgang Fischer
Lane, Diener von Mr. Moncrieff Marius Rüfenacht
Lady Bracknell Carol Wiedmer
Honourable Gwendolen Fairfax Cornelia Meyer
Cecily Cardew Claudia Egger
Miss Prism, ihre Gouvernante Dorothe Schauber

Ort der Handlung:
Erster Akt: Algernon Moncrieffs Wohnung in der Half-Moon Street, London
Zweiter Akt: Garten des Manor House, Woolton, Hertfordshire.
Dritter Akt: Salon im Manor House, Woolton.
20 Minuten Pause in der Mitte des zweiten Aktes

Porträtfotos der Darstellerinnen und Darsteller mit Zitaten aus dem Stück