ANATEVKA

 

Das ESTRICH THEATER präsentiert zu seinem 20-Jahr-Jubiläum ANATEVKA, eines der schönsten Musicals, den Welterfolg von „Fiddler on the Roof“, im Bernhard-Theater. Das Musical basiert auf den Geschichten von Sholom Aleichem, einem russischen Autor des ausgehenden 19., frühen 20. Jahrhunderts. Auch wenn die Geschichten vor mehr als 100 Jahren geschrieben wurden, und der Text fürs Musical vor bald 50 Jahren entstanden ist, muss er nicht „modernisiert“ werden. Die Themen sind sehr aktuell - werden es wohl immer sein. In der vorliegenden Fassung von Joseph Stein – und in der Übersetzung von Rolf Merz und Gerhard Hagen – versteht auch heute jeder, was gemeint ist.

ANATEVKA betrifft uns alle. Schauspieler und Publikum können immer irgendwo Situationen sehen, in denen wir uns, unsere Freunde, unsere Nachbarn, wiedererkennen. Das Stück enthält spannende, aber auch berührende Szenen, leise und laute. Es ist buntes Leben vom heitersten Augenblick, überschäumender Freude, über normalen Alltag, bis hin zu abgrundtiefen Schicksalsschlägen. Es präsentiert sich ungezwungen, leicht, mit feinem Humor, hinreissender Musik – und lässt uns staunen.

Zum Inhalt:

Der Milchmann Tevje lebt mit seiner Frau Golde und den fünf Töchtern in ärmlichen Verhältnissen im ukrainischen Städtchen Anatevka in der vorrevolutionären Zeit um 1905. Trotz drohender Pogrome im zaristischen Russland bewahrt Tevje seinen Lebensmut und seinen Humor. Zwar ist er mit Gottes Fügungen nicht immer einverstanden, was er oft in Zwiegesprächen mit Ihm zum Ausdruck bringt.
Traditionen geben Tevje, wie allen Juden in Anatevka, stets den nötigen Halt – bis sie eines Tages in Frage gestellt werden, wenn die Töchter ins heiratsfähige Alter kommen und ihre eigenen Entscheidungen treffen möchten. Das Vaterherz siegt über die Tradition – er wird sogar wortbrüchig gegenüber dem wohlhabenden, von ihm für Tochter Zeitel auserwählten Bräutigam. Auf originelle Weise bringt Tevje die Meinungsänderung danach seiner Gattin bei. Hodel, die zweitälteste Tochter, verliebt sich in den Studenten Perchik, den Tevje als Hauslehrer bei sich aufnimmt, der aber revolutionäre Ideen hat und schliesslich verhaftet wird. Nach Überwinden der ihn befallenden Zweifel, der berechtigten Ängste um die Zukunft seiner Kinder, verschmerzt der optimistische Tevje auch diesmal die übergangene Tradition. Doch als Chava, die drittälteste Tochter, einen nicht-jüdischen Russen heiraten will, bricht für ihn eine Welt zusammen – und er verstösst sie. Ganz am Schluss, fast im Geheimen, verzeiht er ihr.

Wurde schon die Hochzeit von Zeitel und Mottel durch eine Machtdemonstration der russischen Soldaten abgebrochen, ja brutal zerstört, so verstärkt sich der politische Druck des Zaren noch mehr, und die Juden müssen das Dorf Anatevka Hals über Kopf verlassen.

September 2012 / sz

Aufführungsrechte von Josef Weinberger Limited, London, für Music Theatre International, New York

Vertretung für die Schweiz: Musikverlag und Bühnenvertrieb Zürich AG