"The Sound Of Music" begeisterte das Publikum

Ende Mai 2014 gingen die Zürcher Trapp-Kinder mit ein paar Mitwirkenden an den Original-Wohnungsort der Familie von Trapp – nach Salzburg Aigen in die Villa Trapp.

 

Nachfolgend ihr Bericht

 

 

Reise nach Salzburg
26./27. Mai 2014
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Teilnehmerinnen und Teilnehmer:
14 der 15 Bühnen-Trapp-Kinder: Andrin Fulda (KURT), Annika Leitner  (LOUISA), Balts Berger  (FRIEDRICH), Benjamin d’Uscio  (KURT), Dimitri Brodbeck  (FRIEDRICH), Elina Thalmann  (GRETL), Fiorella Bühler (BRIGITTA), Julia Tanner  (LOUISA), Kim-Lisa  Imwinkelried  (MARTA), Ladina Huber  (LIESL), Leonie Koch  (MARTA), Lucy Reyes  (BRIGITTA), Marietta Fulda  (GRETL), Salome d’Uscio  (GRETL)
+ die beiden Gast-Kinder  Carmen Streicher  (Tochter von Rosey) + Fanny D’Uscio  (Schwester von Benjamin + Salome)

Andreas Wuffli (Kapitän Georg von Trapp), Carlo Lanza (Techniker Abendspielleitung), Daniela Brodbeck (Elsa Schrader), Irene Pickert  (Mutter von Benjamin, Fanny + Salome), Linda Trolese (Choreografin), Magda Deffent Wuffli (Gattin von Andreas Wuffli), Marie-Luise Weber (Partnerin von Carlo Lanza), Rosey Streicher-Porte (Mutter Oberin), Susanne Zürrer (Regisseurin),  Tatau Thalmann (Mutter von Elina), Ursi Scheidegger (Buchhaltung)

 

 


Bericht der 14 Bühnen-Trapp-Kinder


Die Bühnen-Trapp-Kinder – die im März 2014 zehn Vorstellungen im Bernhard-Theater Zürich gespielt und gesungen hatten – teilten sich die verschiedenen Themen auf; jeweils zwei hatten das gleiche Thema.
Die kleinen GRETLs erhielten die Aufgabe, ein paar Sujets der Reise zu zeichnen und die BRIGITTAs von den diversen Stationen Fotos zu machen.

 


Die Reise

 

Die 6-stündige Reise nach Salzburg begann mit der Freude aller Kinder, dass man die Sitzplätze im Car verschieben und nach hinten klappen konnte. Es war speziell schön, alle von Trapp-Kinder wieder vereint zu sehen. Ich persönlich war sehr müde und wollte ein wenig schlafen. Das Aufwachen nach ca. 1 Std war ein sehr zufriedener Anblick. Eine Gruppe von ungefähr 4-6 Kindern hatte sich in einem Doppelsitz versammelt und spielte zusammen Gämsch. Die ganze Zeit hörte man den Protest, man sei am Gewinnen oder das enttäuschte Stöhnen, wenn man realisierte, dass man am Verlieren war. Es war schön, die natürlich vertraute Atmosphäre, welche während den langen Proben untereinander entstanden war, wieder zu sehen. Ein persönlicher Favorit der Car-Reise war das gemeinsame Singen von Disney Liedern, spezifisch solche des Films „Die Eiskönigin“, und das Reklamieren einiger Kinder, dass sie den Text nicht mitsingen konnten, da ich die Lieder nur auf Englisch hatte.

 

Die Pause bei der Raststätte hatte alle sehr gefreut, da man nach langem Sitzen/Liegen endlich wieder die Füsse vertreten konnte. Und da Susanne allen Kindern etwas spendierte, gab es das ewige Entscheiden, ob man nun Chips oder Schoggi nehmen sollte. Oder vielleicht doch einfach Gummibärli? Zurück im Car wurde dann stolz präsentiert, für was man sich entschieden hatte, und das gegenseitige Fragen, ob man auch ein Stück von dem Essen des anderen haben dürfte.

 

 

Als ich wieder versuchte ein wenig zu schlafen, kamen immer wieder die Hände von zwei Kitzelmonstern meinem Hals einen Besuch abstatten von den hinteren Sitzplätzen aus.

Als Salzburg und vor allem die Villa Trapp dann immer näher rückte, spürte man die steigende Vorfreude. Alle schauten aufmerksam zum Fenster hinaus, als ob sie untereinander einen Wettbewerb hätten, wer zuerst die Trapp Villa sieht. Die Reaktionen auf das Haus waren toll, da alle Kinder es kaum fassen konnten, dass sie nun gleich in das Haus treten würden, in welchem die Original Kinder wohnten, die sie im Bernhard-Theater spielten.
Die Erfahrung mit dem Hotel erklärt nun aber ein anderes Trapp-Kind.

Die Villa Trapp


In der Villa Trapp gibt es direkt nach dem Eingang einen grossen Aufenthaltsraum. Wie wir da hinein gehen, sehen wir viele Bilder der Familie von Trapp. Vorne ist eine Glastür zum Garten hin. Der Garten ist schön und riesig. Man kann um das ganze Anwesen gehen. Um den Park ist ein Zaun, aber nur da wo Garten ist, denn wo Wald ist, gibt es eine 2 m hohe Mauer.  (Diese Mauer wurde von den Deutschen gebaut, damit niemand sah, was hier geschah. Die Villa war von 1940 – 1945 von Himmler besetzt. Anm. Susanne)

 

 

Wenn wir durch den Aufenthaltsraum hindurch links gehen, kommen wir an der Küche vorbei ins Esszimmer.

 

 

Gehen wir nur kurz links und dann rechts, sind wir auf der grossen Treppe, die in den oberen Stock führt. Da gibt es viele Zimmer. Von da kann man noch einen Stock höher. Jedes Zimmer hat einen eigenen Fernseher und fast jedes Zimmer hat ein eigenes Badezimmer. Aber natürlich hat jedes Zimmer Betten.

 

 


Das war das Haus der von Trapps (das sie von 1922 – 1938 bewohnten, bevor sie nach Amerika fliehen mussten, Anm. Susanne).
Das Haus zu beschreiben, fällt schwer. Es ist mehr so sein Wesen, das imponiert, seine Geschichte und Erinnerungen, welche tief im Gemäuer verankert sind. Die Farbe des Hauses hat mich sehr überrascht, ich bin mit der Gewissheit angereist ein altes aus grob gemeisselten Steinen gemauertes Gebilde mit dicken Balken und stöhnenden Toren anzutreffen.
Weit gefehlt, ein nunmehr quietschgelber Kasten, modern, und dem Alter entflohen. Ungepflegte Hecken säumen den Kiesweg zur eher schlichten Haustür. Sobald ich das Haus betrete, schlägt mir ein Geruch entgegen, welchen man nicht näher beschreiben kann. Man müsste ihn riechen, die Geschichte, Erinnerungen und all das Leid und Glück vergangener Tage. Ein Geruch eben, den man nicht beschreiben sondern riechen muss.
Die Einrichtung ist eher spartanisch gehalten, nur das Nötigste an Möbeln oder Schränken. Überall stehen kleine Vitrinen mit alten Gebrauchsgegenständen der Trapp Familie. Gleich beim Eingang befindet sich eine breite Treppe die in den zweiten Stock führt. Der Eingangsbogen zur Lobby ist von schweren Samtvorhängen gesäumt, in der Lobby selbst stehen etwa 3 Sofas, alle grün braun bezogen mit Kissen auf denen in roten Lettern VILLA TRAPP steht. Vor jedem Sofa steht ein kleiner Glastisch mit silbernem Champagnerkühler und Blumen darin.
Die Treppe führt nach oben in die anderen Zimmer. Da das Haus in ein Hotel /Museum umgewandelt wurde, haben diese jedoch fast keine spezifischen Eigenschaften die hier näher zu beschreiben wären.

Die wahre Geschichte der Familie von Trapp


Als die Kinder von Trapp den Film „The Sound of Music“ gesehen hatten, mussten sie weinen, weil Georg von Trapp gar nicht so streng zu ihnen gewesen war, und das machte sie sehr traurig.
Eigentlich hiessen die Kinder nicht Gretl, Marta, Brigitta, Kurt, Louisa, Friedrich und Liesl, sondern Gretl (hiess) Martina, Marta Johanna, Brigitta Hedwig, Kurt Werner, Louisa Maria, Liesl Agathe, Friedrich Ruppert. Agathe war eigentlich nicht die Älteste, sondern Ruppert.
Das letzte Familienmitglied das starb, war Maria von Trapp (Louisa). Sie starb mit 99 Jahren an einer Herzkrankheit. Ihr letztes englisches Interview war in Österreich mit dem Leiter des Hotels Villa Trapp. Maria (Louisa) lebte viele Jahre in Amerika, doch sie konnte noch ihre Muttersprache (mit Dialekt) als wäre sie nie weg gewesen.
Der Herr Baron (Georg Ritter von Trapp) war in Wahrheit ein sehr lieber Mann, d.h. nicht so streng wie er in der Geschichte beschrieben wird. Die Kinder duften spielen und singen. Doch was ist mit Maria Rainer von Trapp? Man sagt ja, sie hätte die Musik wieder in das Haus gebracht, dennoch stimmte das auch wieder nicht, denn sie hatte sich ja nur in Georg von Trapp verliebt und natürlich mit den Kindern Lieder gesungen.

 

 

 

 

Der Theater-Besuch

 

Als wir im Theater ankamen, hatte das Stück schon angefangen und wir hatten bereits die Hälfte des ersten Liedes verpasst.  (Irgendwo hatte Susanne die falsche Anfangszeit, nämlich 20.00 statt 19.30 Uhr, aufgeschnappt. Mein grosser Organisations-Fauxpas. Anm. Susanne)
Als erstes fiel mir auf, wieviel aufwändiger die Kulissen gemacht waren und dass die Bühne vor allem in der Tiefe viel grösser war als diejenige in unserer Vorstellung. Bei den erwachsenen Schauspielern konnte man erkennen, wie erfahren und gut ausgebildet sie waren. Bei den Kindern war es etwas anders. Sie spielten wirklich auch sehr gut, doch merkte man ihnen an, dass sie das Stück schon seit drei Jahren spielten, und es machte den Eindruck als hätten sie die Motivation mittlerweile ein wenig verloren.

 

Insgesamt war die Produktion sehr viel aufwändiger als bei uns. Es gab viele extrem schwierige Choreographien, welche von Profitänzern einstudiert worden waren. Die Kulisse des Hauses der Familie Trapp wurde sogar nach der Originalvilla der Familie Trapp nachgebaut und auch die Kostüme waren entsprechend der damaligen Zeit geschneidert worden. Alles in allem war es eine wunderschöne Aufführung und ich habe mich riesig gefreut, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, die Originalversion von „The Sound of Music“ anschauen zu dürfen.

 


 

Das Theater: Das Salzburger Landestheater ist etwas kleiner als das Opernhaus bei uns in Zürich. Es ist ein sehr grosses Gebäude und es ist von aussen sehr schön verziert. Die Bühne ist im Gegensatz zu der im Bernhardtheater viel tiefer doch nicht viel breiter, gegen hinten hat es einfach noch viel Platz für die Bühnenbilder. Das Bühnenbild war viel aufwändiger gemacht als unseres, mehr in 3D, und die meisten Sachen wurden elektrisch auf die Bühne gebracht. Zum Teil wurden die Kulissen auch von der Decke herab gelassen.

 

Zum Stück: Das Stück war bis auf einige Wörter und kleine, für mich überflüssige Szenen, gleich. Auch die Choreos ähnelten sich ein bisschen, aber nicht alle. Ich fand einige von unseren Choreos besser. Am besten bei ihnen fand ich die Choreo beim Gewitter, dort hatten sie alle Angst und begannen dann mit ihren Socken zu spielen.

Manchen der Schauspieler merkte man es an, dass sie dieses Stück schon seit drei Jahren spielen, denn sie waren nicht mehr richtig dabei und machten einfach das, was sie einmal auswendig gelernt hatten. Aber das Stück fand ich auch von ihnen sehr gut gemacht, und es hat mir im Theater Salzburg sehr gut gefallen.

 

Die Stadt Salzburg

 

Am zweiten Tag fuhren wir mit Rikschas. Das sind dreirädrige Fahrräder mit einem grossen Sitz für 1-3 Personen. Wir wurden durch die Altstadt von Salzburg gefahren. Der Fahrer erzählte viel und Spannendes über die Stadt.

 

 

Die Stadt Salzburg ist ganz anders als Zürich. Die meisten Häuser sind gelb oder weiss. Eine Tradition in Salzburg ist „The Sound of Music“ und Mozart. Das älteste Kino ist nach Mozart getauft worden. In Salzburg gibt es ein Glockenspiel mit etwa 36 Glocken, die immer um 18 Uhr eine neue Melodie spielen.
Die Mozartkugeln sind sehr beliebt. Man kann sie fast in jedem Geschäft kaufen. Eine Packung mit 15-20 Kugeln kostet etwa 10 Fr. Aber eine ganz originale Mozartkugel (von Hand gemacht) kostet 1 Euro. Die sind sehr fein.
Die Trapp Villa hat den grössten Garten in Salzburg. Der Stadtmarkt ist immer von Montag bis Samstag. Dort kann man allerlei Esswaren kaufen.

 



 

Das Wahrzeichen für Salzburg ist für viele die Burg Hohensalzburg, Mozartkugeln oder die Brotspiele. Dabei kommen 70% der Touristen jährlich wegen dem Musical „The Sound of Music“ (Wegen dem Film und seinen Schauplätzen, nicht wegen dem Theater. Anm. Susanne). Nur 13% der Touristen kommen in die Stadt wegen Wolfgang Amadeus Mozart.
Hohensalzburg ist eine Mittelalterliche Festung, die hoch auf dem Mönchsberg thront. Hier herauf kommt man mit der Festungsbahn und oben kann man einen Rundgang machen. Am Fusse des Mönchsbergs liegen der Dom, das Festspielhaus, die Universität und die Kollegienkirche.

 

 

Durch Salzburg hindurch fliesst die Salzach. Über die Salzach führen Brücken. Unter anderem der Mozartsteg.

Salzburg ist eine malerische Stadt mit ihren Gässchen, Gebäuden, Stegen und Trachten. Es gibt hervorragende Restaurants und Cafés.

 

Schlusswort der Kinder:

Wir danken Dir alle ganz ganz fest für diese unvergessliche Reise, die Du mit uns unternommen hast. Es war ein schönes Erlebnis, die Trapp Familie auch mal anders zu sehen. Was die Energie, die so wunderbar unter uns allen herrscht, nur noch mehr gezeigt hat.
Diese Reise war der krönende Abschluss und ein super Ausklang für diese Zeit.
Danke, danke vielmals
Unterschriften aller Kinder