Estrich Theater Produktion 2016

DIE 12 GESCHWORENEN

Reginald Rose

 

Für die deutsche Bühne dramatisiert von Horst Budjuhn
Aufführungsrechte  Verlag Felix Bloch Erben GmbH & Co. AG, Berlin
 

 

Zu Stück und Inhalt:

 

 

Zwölf Menschen, die das Leben eines Angeklagten in der Hand haben. Zwölf Menschen, die sich einig werden müssen, ob die Anklage wegen Mordes zu Recht erhoben wurde - oder ob es doch noch Raum für begründete Zweifel gibt…

Der Fall scheint klar: Ein junger Puerto Ricaner aus den Slums von New York ist angeklagt, seinen Vater, der ihn sein Leben lang misshandelt hat, mit einem Springmesser ermordet zu haben. Die Indizien sind erdrückend, die Argumente des Staatsanwaltes überzeugend. Sollte er für schuldig befunden werden, droht dem jungen Mann die Todesstrafe.

So scheint auch der Schuldspruch der zwölf Geschworenen – zufällig zusammengewürfelte Bürgerinnen und Bürger und Laien-Richter – von Vornherein festzustehen. Doch die erste Abstimmung über das Urteil ergibt nur 11 Stimmen für schuldig: einer der Geschworenen stimmt für ‚nicht schuldig‘ und besteht darauf, die Indizien und die im Prozess vorgebrachten Argumente noch einmal gesondert zu untersuchen – sei es auch nur, um dem Angeklagten eine letzte faire Chance zu geben.

Was als eindeutige Sache begonnen hat, wird nun ein heiss umkämpftes Ringen um Argumente und Überzeugungen, um Beweise und Zweifel und nicht zuletzt um persönliche Deutungshoheiten, Animositäten und Eitelkeiten.

Das Kammerspiel ‚Die 12 Geschworenen‘ von Reginald Rose wurde 1957 von Sidney Lumet mit Henry Fonda verfilmt und ist seither zu einem Theaterklassiker geworden. Das Stück bietet nicht nur zwölf realistisch-lebensnahe Charakterstudien, sondern lässt durch das Aufeinanderprallen von verschiedenen Temperamenten die je eigenen Interessen, Vorurteile und ideellen Standpunkte der Protagonisten hervortreten. So entsteht eine spannende Dynamik zwischen Aufklärung und Obsession, zwischen Emotion und Logik, zwischen Aufklärung und Opportunismus. Und nicht zuletzt erinnert das Stück, ganz ohne erhobenen Zeigefinger, an den Grundsatz des Rechtsstaates, nach dem ein Angeklagter unschuldig ist, bis seine Schuld eindeutig bewiesen ist…